| |

ZUFRIEDENE MIENEN
Faßbierausschank aus der Sicht von Faßbierqualität,
Betriebssicherheit, Betriebshygiene und Wirtschaftlichkeit
von Peter Galic
|
|
Aus den Bierkneipen für Vieltrinker der vergangene Jahre werden heute immer mehr
Kommunikationszentren für Wenig- aber Genußtrinker. Das Ergebnis daraus ist der
Faßbierrückgang von ca. 25 Prozent auf jetzt unter 20 Prozent in Deutschland in den
letzten 10 Jahren. Der Faßbieranteil lag in Deutschland 1999 bei 19,3 Prozent bei
einem Bierausstoß von 112539 Mio. hl. Die Gründe für den Rückgang sind
vielfältig wie z.B. die immer größer werdende Sortenvielfalt, der
Verdrängungswettbewerb unter den Getränken, die Absenkung der Promillegrenze, oder die
oft genannten zu hohen Bierpreise. Aber wie kann man den trendmäßig weiter
zurückgehenden Faßbieranteil stoppen oder gar den Faßbieranteil wieder steigern?
Es geht nur über eine Summe von Maßnahmen, über die man nicht nur sprechen darf,
sondern die auch umgesetzt werden müssen.
|
|
Betriebssicherheit
In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Schankanlagen erheblich verbessert
durch verschiedene Maßnahmen wie das Vorhandensein der Schankanlagenverordnung,
sowie die Überwachung der Vorgaben durch den DAGsch, die Aktivitäten in Weihenstephan
oder bei Doemens, die Initiative des DBB mit dem Leitfaden zur Konzeption von Schankanlagen,
Wirteschulung durch die Brauereien.
Die Qualitätssicherung der Brauerei berücksichtigt
teilweise auch die Gastronomie, aber auch Verbes- serungen der Produkte durch die Hersteller.
Leider soll die inzwischen bewährte Getränke-Schankverordnung, nur noch bis Mai 2002
Gültigkeit haben, wie auf dem 13. Treffen Getränke- schankanlagen im Januar 2002 in
Weihenstephan Dr. Hauser vom Lehrstuhl für Maschinen- und Apparatekunde sowie die Herren
Paul Kügel vom TÜV Bayern/Sachsen und Klaus G. Dörsam, Geschäftsführer
der DAGsch berichten. Durch Anpassung an Europäisches Recht soll der Offenausschank
von Getränken in Zukunft von der Betriebssicherheit-Verordnung, sowie durch die
Getränkehygiene-verordnung geregelt werden. Diese Regelungen orientieren sich jedoch
größtenteils an der noch gültigen Getränke Schankanlagenverordnung.
|
Betriebshygiene
Der Gatswirt als Betreiber hat natürlich die Verantwortung für Sicherheit und Hygiene an seiner
Schankanlage. Der Wirt sollte die Qualität vom Faß in das Bierglas bringen. Im Entwurf
der neuen Getränkeschankanlagenhygiene- Verordnung sind Orientierungswerte für Betriebs-
und Reinigungszeiten in Abhängigkeit der Getränkeart vorgegeben. So sind z.B. für
Schankbiere Reinigungsintervalle von 1-7 Tagen und für Vollbiere 7-14 Tage vorgegeben.
Eine zufriedenstellende Reinigung ist allein durch die mechanische Reinigung (Schwammkugel und
Wasser) unzureichend.
In der Praxis wird hauptsächlich chemisch-mechanische Reinigung eingesetzt. Durch die
Kombination Schwammkugel und chemisches Reinigungsmittel ist eine einfache, kostengünstige
und effektive Reinigung möglich und ist von Fachleuten anerkannt. Noch neu am Markt sind
automatische chemische Reinigungssysteme. Es ist eine kleine CIP-Anlage wie in jeder Brauerei
praktiziert. Jedoch sind in jeder Brauerei Bierleitungen aus dem Werkstoff Edelstahl eingesetzt,
in den Schankanlagen dagegen werden im Leitungsbau zu fast 100 Prozent Kunststoffe (PVC, PE, PA)
eingesetzt. Ein Vorteil für die Schankanlagen und automatische chemische Reinigungssysteme
wären die Bierleitungen aus dem Werkstoff Edelstahl mit hygienegerechten Oberflächen.
In einigen Nachbarländern werden überwiegend Bierleitungen aus dem Werkstoff Edelstahl
eingesetzt. Zwar liegt der Mehrpreis für Edelstahlbierleitungen bei ca. 15 Prozent,
langfristig liegen die Vorteile aber bei den Bierleitungen aus Edelstahl.
|

Transporttank 1000 Liter für
größere Feste
|
Wirtschaftlichkeit
Ein Bier ist dann gut, wenn der Gast ein zweites, ein drittes und weitere trinkt. Oft ist es heute
noch möglich, daß ein Gast ein hochpreisiges Bier bestellt und sich dann auf den Genuß
freut. Wenn der Wirt oder Zapfer sich dann bemüht das Bier in das Exclusivglas zu quetschen und
dem Genußtrinker dann ein totes (kohlensäurearmes) und trübes (schlecht gereinigte
Anlage) Bier auf den Tresen knallt, wird die nächste Bestellung bestimmte ein Flaschenbier
oder ein anderes Getränk sein. Dann wird auch dem Exclusivglas zuliebe kein weiteres Bier
vom Faß bestellt. Unter- suchungen haben bewiesen, daß die Biere zu nahezu 100 Prozent
die Brauerei in bester Qualität verlassen. Ab der Rampe ist es auch heute möglich, diese
Qualität zu erhalten. Auch im Bierlagerraum kann die Qualität erhalten
|
|
werden.
Die Schankanlage kann mit den heutigen Bauteilen nach dem neuesten Stand der Technik
so gebaut und betrieben werden, daß
keine Qualitätsverluste entstehen. Aber dann kommt der Betreiber
(Gastronom) auf die Bühne.
Dieser Betreiber steht im Wettbewerb mit den Gastronomen in seiner Nachbarschaft. Wenn die Gäste,
wie oben beschrieben, kein Qualitätsbier serviert (nicht hingeknallt) bekommen, werden sie zu
einem der vielen Mitbewerber gehen und der Wirt verhindert einen Mehrumsatz für sich.
Deshalb werden die Gastronomen die höchsten Umsätze und Erträge erzielen, die den
Genußtrinkern Biere in bester Qualität servieren. Von der Qualität der Biere schließt
der Gast auch auf die Qualität der anderen Angebote im Haus. Gerade deshalb bedeutet Qualität
Mehrumsatz und Mehrertrag.Wenn die Brauerei den Gastronomen als Partner behandelt und ihn
marketingmäß unterstützt, werden beide die Zukunft ihrer Betriebe sichern.
|
|
Die optimale Ausschanktechnik für Großkunden
Am Beispiel des Tankbieres soll die optimale Schanktechnik aufgezeigt werden. Das Bier bleibt
von der Brauerei bis in den Biertank des Betreibers in der geschlossenen Kühlkette. Direkt
nach der Anlieferung des Bieres kann der Wirt mit dem Treibgas Luft (keine Aufkarbonisierung)
ohne Unterbrechung einige tausend Glas Bier zapfen. In der Bierleitung aus Edelstahl
mit Python bis zum Zapfhahn gekühlt ist eine berührungslose Durchflußmessung eingebaut,
die bei der Reinigung nicht ausgebaut werden muß. Aber das Wichtigste ist, daß aus
der Sicht der Schanktechnik, der Sicherheit, der Hygiene und der Wirtschaftlichkeit Qualitätsbier
gezapft werden kann.
|
|
Veranstaltungen
Alle Begriffe wie Events, Promotion und Outdoor, oder Feste, Feiern und Partys meinen eine kleinere
oder größere Veranstaltung. Aber egal ob Biertisch, Theke, Verkaufs- oder Ausschankanhänger
eingesetzt werden, auch hier gelten die Vorschriften für Sicherheit und Hygiene. Zwecks Mobilität
und Vielseitigkeit wurden die Aus- schankstellen immer raffinierter und effektiver. Aber welche
Ausschank- stelle auch eingesetzt wird, das
Hauptziel ist es, die große Anzahl der Festbesucher
schnell und zufriedenstellend mit Getränken zu versorgen.
Für die Bierversorgung werden Kleinbehälter (Kegs) und Großbehälter (Biertanks) eingesetzt.
Zur schnellen Reaktion beim Kegwechsel im Stoßgeschäft werden Kegs in Reihe geschaltet
oder besser mit elektronischen Faßumschaltungen vorgesehen. Eine andere Lösung ist der
Einsatz von Großbehältern. Für jede Veranstaltungsgröße gibt es den
richtigen Getränkebehälter. Der Vorteil dieser Festtanks, ob 500 oder 1000 Liter ist die kompakte Lösung mit einem kleinen
Kom- pressor für die Treibgaserzeugung sowie einem Begleitkühler für die Kühlung
der Bierpython bis zum
Zapfhahn und den Behälter (Bild 2). Eine ganz neue Lösung für
den Veranstaltungs- bereich in Deutschland ist ein Ausschank- anhänger mit Biertanks als
Verkaufsinsel, die zweiseitig offen ist und eine Tresenlänge von 12,9 m hat.
Das zulässige Gesamtgewicht
|


Brandt Verkaufsinsel Typ 1
|
beträgt 3500 kg
(Bild 3). Auf der Verkaufsinsel sind
3 Biertanks mit je 500 Liter auf engstem Raum integriert.
Das entspricht einer Keg-Anzahl von 50 Stück á 30 Liter oder 30 Stück á
50 Liter. Es können ohne Unterbrechung 5000 Glas Bier 0,3 L ohne Unterbrechung gezapft werden.
Selbst ungeübte Zapfer ( wie auf den meisten Veranstaltungen anzufinden) können aus dieser
Anlage ohne Störungen zapfen, da Druckluft als Treibgas eingesetzt wird. Durch den Einsatz
der kostengünstigen Druckluft ist eine der größten Störquellen, die
Aufkarbonisierung verhindert. Außerdem brauchen keine vollen oder leeren Kegs bewegt werden.
|
|
Fazit
Die klare Zielvorgabe muß unbedingt sein, die Faßbierqualität von der Brauerei bis
in das Bierglas zu erhalten. Beim Transport müssen Temperatur, Zeit und Bewegung bierfreundlich
gestaltet werden. Bei der Ausschanktechnik ist vom Bierlager bis zum Ausschanktank in das Glas auf
hygienische und sichere Bedingungen zu achten. Die Schankanlage kann mit den heutigen Bauteilen nach
dem neuesten Stand der Technik so gebaut und betrieben werden, daß keine Qualitätsverluste
entstehen. Für die Ausschanktechnik im Veranstaltungsbereich gelten auch die Vorschriften
für Sicherheit und Hygiene.
Es kann für jeden Veranstaltungstyp von der Party bis zur Großver- anstaltung die
geeignete Schank- technik mit dem richtigen Getränkebehälter eingesetzt werden.
Eine ganz neue Lösung für den Veranstaltungsbereich in Deutschland ist ein
Ausschank- anhänger mit Biertanks als Verkaufsinsel. Ob Brauer, Wirt, Lieferant oder Zapfer,
wir sind doch auch alle Kunden und Biertrinker. Es gibt fast nichts schöneres als ein
"schönes" Glas Bier Herr Wirt. Zufriedene Mienen danken es Ihnen.
|

zurück
Seite ausdrucken
|

|